Heimunterricht

Um die Ausbreitung des Corona-Virus‘ Covid-19 zu verlangsamen, sind auch bei uns die Schulen geschlossen. „Corona-Ferien“, wie man das nennt. Aber richtige Ferien sind es gar nicht, denn die Kinder bekommen Aufgaben, die sie zu Hause erledigen sollen. Ich habe jetzt die Eltern gebeten, den Kindern eine E-Mail-Adresse einzurichten. Sie sollen mir am Freitag schreiben, was sie die Woche über gemacht haben. Schulisches und gerne auch Privates, wenn sie wollen – und dürfen. Von Kaja aus meiner 6. erhielt ich heute folgende Nachricht (Original-Rechtschreibung): „Hallo H.Schulz, Mein Papa hat mir eine E-mail Adresse eingerichtet. In Zukunft schicken sie mir die Hausaufgaben an diese Adresse. mfg …“ Boah, dachte ich und zuckte regelrecht zusammen, als ich das las. Die wird mal ein Generalfeldmarschall. 🙂

(Namen geändert)

Neuer Freund

Ich hatte heute wie immer Hofaufsicht. Aber sonst war nichts wie immer. Wegen des Corona-Virus‘ Covid-19 waren heute fast keine Kinder da. Schulschließung ist in Berlin erst ab morgen, aber den Eltern war freigestellt, ihre Kinder schon heute zu Hause zu behalten. Als ich bei den Schaukeln Aufsicht machte und mich mit Moritz unterhielt, gesellte sich ein kleines Kerlchen zu uns. 1. Klasse, wie ich später herausfand. Er hatte niemanden zum Spielen und plapperte die ganze Zeit. Ich wies ihn zurecht, dass er warten müsse, wenn sich Erwachsene unterhalten, aber später nahm ich mich seiner an. Irgendwie machte er einen hilfsbedürftigen Eindruck auf mich. Bestimmt hört ihm sonst keiner zu und er soll immer nur still sein. Bei mir durfte er reden. Als wir nach der Hofpause zurück ins Schulgebäude gingen, blieb er die ganze Zeit an meiner Seite und erzählte mir was. Plötzlich fragte er mich: „Willst du mein Freund sein?“ -„Ja“, antwortete ich, „gerne.“ 😉